15.10.2021 | KurzMeldungen, KurzMeldungen Nordost, KurzMeldungen Westfalen-Mitte

Lohmeyers Besserwissen

In knapper, verständlicher Form erhalten Sie jeden Monat Tipps zum Sprachgebrauch, interessante Informationen zur Rechtschreibung und erfahren Wissenswertes rund um die deutsche Sprache. In dieser Ausgabe:
1. Dem Blaba contra geben
2. Der vertrackte Genitiv

© Andrea Damm/pixelio.de

1. Dem Blaba contra geben

Wenn Sie an Ihre Kunden schreiben stehen Sie dann dem Empfäbger „gerne zur Verfügung“ und „würden sich über eine Zusammenarbeit freuen“?

Das geht besser!

Vergessen Sie zunächst standardisierte Textbausteine. Mit derselben Sorgfalt, mit der Sie am Anfang Ihres Schreibens Ihr Angebot oder Anliegen präsentieren, sollten Sie Ihr Schreiben auch beenden. Ein gelungener letzter Absatz informiert den Leser darüber, was Sie von ihm erwarten, und sagt ihm ganz konkret, was er jetzt tun soll.

„Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung“ ist hierbei viel zu passiv. Schreiben Sie besser: „Rufen Sie einfach an! Wir freuen uns auf das erste Gespräch!“ oder "Weitere Details verrate ich Ihnen gern am Telefon. Einfach anrufen!"

Statt „Mit freundlichen Grüßen“, das zwar nicht irritiert aber auch keinen bleibenden positiven Eindruck erzeugt, verabschieden Sie Ihre/n Leser*in persönlicher. "Sommerliche Grüße aus Hamburg" oder"Ein angenehmes Wochenende in den Bergen wünscht Ihnen ..."

Wenn Sie Ihre/n Adressate/in etwas besser kennen, verwenden Sie „herzlichen Grüße“ oder Sie
wünschen zum Abschied „schöne Ostern an der Ostsee“, "Ein schönes verlängertes Wochenende" oder „ein frohes Weihnachtsfest“.
Generell gilt: Sobald Sie Ihre/n Leser*in schon eine Weile kennen, sollten Sie persönlicher schreiben (Gratulation zur Geburt des Kindes, Glückwünsche zur bevorstehenden Messeteilnahme, Verabschiedung an den Urlaubsort etc.)

Und ganz besoners freuen sich Ihre Kund*innen über persönliche Geburtstagsgrüße - natürlich ohne Floskelei und abgegriffene Textbausteine!


2. Der vertrackte Genitiv

Wann hängt man ein Genitiv-s an und wann nicht? Die Düfte des Orients, die Kulturgeschichte des Kaffees, die Küche des Balkans. Oder die Düfte des Orient, die Kulturgeschichte des Kaffee, die Küche des Balkan?

Die Regel lautet hier: Bei männlichen und sächlichen Namen, die im Genitiv stehen, ist es nicht zwingend erforderlich, ein Genitiv-s anzuhängen, wenn ihnen ein „des“ vorangestellt ist. Nicht alltägliche Fremdwörter wie „Cashflow“ oder „Arrondissement“ können im Genitiv ein „s“ erhalten, müssen es aber nicht.

Beim Orient und dem Balkan hängt es davon ab, ob man „Orient“ und "Balkan" als ein normale Hauptwörter (dann ohne s, da männlich) oder als Namenwörter auffasst (dann mit Genitiv-s).

Bei "Kaffee" sollte das Genitiv-s verwendet werden, da es kein Fremdwort mehr ist, sondern eingedeutscht wurde.

Birgit Lohmeyer
lohmeyer(at)cdhimnorden.de


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