19.02.2021 | KurzMeldungen, KurzMeldungen Nordost, KurzMeldungen Westfalen-Mitte

Elektromobilität

Reichweitenverluste im Winter?

© Ismael Marder / pixabay.com

Ja, es gibt sie. Denn generell laufen chemische Reaktionen bei niedrigen Temperaturen langsamer ab. Im Winter vermindert sich deshalb die elektrische Leitfähigkeit des in der Batterie enthaltenen flüssigen Elektrolyts und es muss mehr Energie aufgewendet werden, um die gewohnte Leistung zu erzielen.

Es gibt jedoch drei Tipps, die auf Erfahrungsberichten von Nutzern von E-Autos beruhen, die für mehr Reichweite bei Minusgraden sorgen.

1. Das Elektroauto immer vorheizen
Wenn man morgens mit einer kalten Batterie losfährt, muss diese erst auf Betriebstemperatur kommen und zudem auch noch Energie für die Innenraumbeheizung zur Verfügung stellen. Auch die Energierückgewinnung (Rekuperation) fällt bei einem Kaltstart deutlich geringer aus. Wenn Sie allerdings 20 Minuten vor Abfahrt die Vorklimatisierung aktivieren, sind die Scheiben beim Einsteigen bereits enteist und der Innenraum sowie die Batterie vorgewärmt. Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie Ihr Elektroauto während der Vorklimatisierung am Strom hängen lassen, sodass das Vorheizen nicht zu Lasten der Batterie geht.

2. Eine Wärmepumpe ist im Winter unverzichtbar
Auch wenn sie nicht zur Standardausstattung beim Hersteller Ihres Fahrzeugs gehört, sollten Sie den Aufpreis für eine Wärmepumpe nicht scheuen. Weshalb?
Sie zieht einen Großteil der zum Heizen notwendigen Energie aus der Umgebungsluft, was die Batterie stark entlastet. Aus einem Kilowatt Strom werden mit der Wärmepumpe in etwa zwei bis drei Kilowatt Heizenergie erzeugt.

3. Eco-Modus nutzen und vorausschauend fahren
Im Winter ist es - vor allem auf der Langstrecke - sinnvoll, eine möglichst effiziente Fahrweise zu praktizieren. Fast alle modernen Elektroautos verfügen über einen Eco-Modus, der die Parameter (Beschleunigung, Leistung der Klimaanlage und vieles mehr) so reguliert, dass man effizient und trotzdem noch komfortabel unterwegs ist.

Übrigens: Die ständig kolportierte "Weisheit", dass bei einer Außentemperatur von null Grad mit Reichweitenverlusten von bis zu 50 Prozent bei E-Autos zu rechnen ist, beruht auf einem veralteten Testergebnis, das der ADAC veröffentlicht hat und das noch immer zitiert wird. Es bezog sich auf ein Mitsubishi Electric Vehicle, das bei Veröffentlichung des Tests nicht einmal mehr erhältlich war.

Birgit Lohmeyer
lohmeyer(at)cdhimnorden.de


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