16.10.2020 | KurzMeldungen

CDH-Vertriebsbarometer: Corona-Hilfen wirksam?

Corona-Hilfen helfen – aber nicht jedem

© CDH

Das 28. Online-Vertriebsbarometer im Sommer 2020 stand bei den CDH-Mitgliedern weiterhin im Zeichen der Corona-Krise. Die Fragen zu den Corona-Hilfsmaßnahmen Ergebnisse präsentieren wir hier.

Von den im zurückliegenden Juli und August befragten CDH-Mitgliedern hatte immerhin fast die Hälfte, nämlich 46,4 Prozent Corona-Hilfen genutzt, manche davon auch mehr als ein Hilfsprogramm. Spitzenreiter dabei war die Soforthilfe, die immerhin von 43,7 Prozent aller Teilnehmerbetriebe genutzt wurde. Von 5,3 Prozent der Teilnehmer wurde ein KFW-Kredit genutzt, 2,3 Prozent haben die Überbrückungshilfe in Anspruch genommen und nur 0,8 Prozent haben Grundsicherung beantragt.

Dazu muss aber gesagt werden, dass das Überbrückungshilfe-Programm zum Zeitpunkt der Befragung noch nicht abgeschlossen war. Zwischenzeitlich hat die Regierungskoalition sogar eine Verlängerung der Überbrückungshilfe bis zum Jahresende beschlossen. Mit einem Anstieg von deren Nutzerzahl ist deshalb auch unter den CDH-Mitgliedern zu rechnen.

Gründe für die Nicht-Nutzung
Diejenigen, die keine Corona-Hilfen genutzt haben (53,6 Prozent), wurden nach den Gründen dafür befragt. Über die Hälfte dieser Teilnehmer, nämlich 50,7 Prozent, gab an, über ausreichende Liquiditätsreserven verfügt zu haben. Erstaunlicherweise hatten mit 35,5 Prozent der Nicht-Nutzer mehr als ein Drittel keine Corona-bedingten Einbußen. Auf die Gesamtzahl der teilnehmenden CDH-Mitglieder prozentuiert, sind das gut 19 Prozent, also knapp ein Fünftel. Der Anteil derjenigen, die mitteilten, die Einbußen hätten Sie zu spät getroffen oder würden sie erst noch treffen, lag dagegen mit 31,6 Prozent der Nicht-Nutzer niedriger als die CDH-Geschäftsführung vermutet hatte. Bezogen auf alle Teilnehmer sind das gut 16,9 Prozent, also etwas mehr als jeder Sechste. Gerade für diese Gruppe hatte die CDH immer wieder gefordert, die Hilfsmaßnahmen zu verlängern. Was bei der Soforthilfe leider nicht gelang, konnte für die Überbrückungshilfe mit der Verlängerung bis zum Jahresende erreicht werden.

Wirkung der Hilfen
Von den am Vertriebsbarometer teilnehmenden CDH-Mitgliedern, die Corona-Hilfsprogramme genutzt haben, konnten immerhin 29,6 Prozent damit Ihre Probleme voll und ganz lösen. 43,2 Prozent der Nutzer konnten ihre Probleme mit den Hilfen immerhin teilweise lösen. Nur 15,4 Prozent konnten ihre Probleme mit den Hilfen fast gar nicht und 11,7 Prozent überhaupt nicht lösen.
Der Anteil der Nutzer, die ihre Probleme mit den Hilfen voll und ganz beseitigen konnten, war mit 29,6 Prozent damit größer als der Anteil von 27,1 Prozent derjenigen, deren Probleme damit kaum oder gar nicht gelöst wurden. Dass die relative Mehrheit der Nutzer mit den Hilfen einige, aber nicht alle Probleme beseitigen konnte, ist wenig verwunderlich.

Als Gesamtfazit lässt sich aber festhalten: Die Corona-Hilfen helfen. Mit 72,8 Prozent der Nutzer jedenfalls den meisten CDH-Mitgliedern, die sie nutzen konnten bzw. können. Das sind bislang aber nur ein gutes Drittel (33,8 Prozent) der befragten Mitglieder.

Jens Wolff
Geschäftsführer der CDH-Wirtschaftsdienst GmbH


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